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Vor einigen Wochen durfte ich wieder einmal mein Wissen und meine jahrelange Erfahrung in meinem Fachgebiet unter Beweis stellen. Die Story eines alten Mannes, in der ich ihm mit meinem schnellen Handeln schwere gesundheitliche Folgen ersparen konnte, zeigte mir – wie so oft in meinem Beruf – dass es schön ist, in manchen Situationen am richtigen Ort zu sein.

Der Patient, von dem ich heute berichten möchte, ist der Pflege bedürfend und kämpft mit einer bipolaren Störung, was bedeutet, dass er unter einer schwer chronisch verlaufenden psychischen Krankheit leidet, die durch manische und depressive Stimmungsschwankungen charakterisiert ist. Betreut wird er daher von einer 24h-Kraft und auf Grund einer übermäßigen Harnausscheidung, sollte ich den Angehörigen des Patienten mit einer Inkontinenzberatung die Pflege erleichtern.

Beim Erstgespräch vernahm ich den alten Herrn als nervös und unruhig, auch die Atemfrequenz war erhöht und außerdem informierte man mich über sein erhöhtes Verlangen nach Flüssigkeit in den letzten Tagen. Ich hatte bereits eine Vermutung und führte eine Blutzuckermessung durch, welche einen nicht messbaren Wert ergab.

In dem Moment war mir klar, dass der Mann sofort zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Dies bestätigte mir auch ein paar Tage später der mit Dank erfüllte Anruf der Tochter des Patienten. Hätte ich in diesem Fall nur meinen Job als Inkontinenzberaterin gemacht und nicht situationsgemäß reagiert, wären die Überlebenschancen des Mannes nicht allzu hoch gewesen. Denn die DiabetesexpertInnen unter den LeserInnen wissen bestimmt, dass Blutzuckerwerte von über 1000 als extrem gefährlich gelten und eine sofortige Reaktion verlangen. Dankenswerterweise geht es dem Patienten, nachdem er medikamentös eingestellt wurde wieder so gut, dass er zurück in die häusliche Pflege entlassen werden konnte.